| Viel wichtiger ist für sie, dass mit der geplanten B 31-FN-West-Umgehung die Bemühungen um den gesamten Planungsfall 7.5. nicht ad acta gelegt werden, sondern dass die Region verstärkt in Stuttgart darauf drängen müsse, dass der Weiterbau der neuen B 31 zwischen Friedrichshafen und Überlingen endlich eine höhere Priorität zugewiesen bekomme. Dazu sei es dringend erforderlich, dass die Region an einem Strang ziehe. Eine Kirchturmpolitik, wie sie von einigen Gemeinden verfolgt würde, diene nur als Ausrede für die CDU-Landesregierung, dem Bodenseeraum weiterhin ein Straßenverkehrsnetz aus dem letzten Jahrhundert zuzumuten. „Die Zeiten der Pferdedroschken sind definitiv vorbei“, sagte Lichtinger und verweist in diesem Zusammenhang auf den Kreisverkehr bei Überlingen, bei dem ein Autobahnzubringer mehr oder weniger in einen Feldweg münde. „Die Gemeinden im Hinterland sind bei weitem nicht so vom täglichen Verkehrsstau betroffen, wie die See-Anrainer-Gemeinden, durch die sich täglich Autokolonnen wälzen. Aber hier ausschließlich von einer idyllischen Landschaft zu sprechen, greift zu kurz, denn der Bodenseekreis lebt nicht nur vom Tourismus, sondern ist auch ein hoch technologischer Wirtschaftsraum mit Tausenden von Arbeitsplätzen und einer der wenigen Landkreise in der Bundesrepublik, denen ein wirtschaftliches Wachstum vorhergesagt wird“, meinte sie weiter. Schließlich müssten sich Umwelt- und Naturschutz und ein gut ausgebautes Straßennetz nicht zwangsläufig ausschließen. Die ausgebaute B 31 zwischen Überlingen und Stockach zeige, dass es möglich sei, beides zu vereinbaren. Dieter Stauber, stv. Häfler SPD-Ortsvereinsvorsitzender und stv. SPD-Kreisvorsitzender, kann die Sorgen der Klufterner Bürger in Bezug auf den Neubau der B 31 zwar verstehen, hält sie aber im Kern für unbegründet. Schließlich gehe es den Menschen dort um die geplante Umgehungsstraße von Kluftern entlang der Bahntrasse. Diese Straße unterliege einem eigenen Planfeststellungsverfahren und habe mit der B 31-FN-West-Umgehung eigentlich gar nichts zu tun. Außerdem müsse jedem, der sich gegen diese Umgehung wende, klar sein, dass die heute schon verkehrsmäßig stark belastetet Ortsmitte von Kluftern damit weiterhin – unter Umständen jahrelang - auf die dringend benötigte Entlastung warten müsse. Dies betreffe nicht nur den Durchgangsverkehr und die Anwohner, sondern auch viele Schulkinder, die täglich an einer dicht befahrenen Straße zur Schule gehen müssen. Das Argument der Zerschneidung von Kluftern hält Dieter Stauber ebenfalls nicht für weiterführend, denn die beiden Ortsteile Kluftern und Efrizweiler sind bereits heute durch die Bahnlinie getrennt. Er räumt zwar ein, dass auf der Umgehungsstraße später sicher ein höheres Verkehrsaufkommen als heute in der Ortsmitte stattfindet, meint aber, dass man dies zugunsten einer Entlastung der heutigen Hauptverkehrsstraße in Kauf nehmen könne. Außerdem sei der dort prognostizierte Verkehr bedeutend geringer, als der heute schon mitten durch Friedrichshafen-West und Fischbach rollende Verkehr. Stauber plädiert aber dafür, die Sorgen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger in Kluftern ernst zu nehmen und ihnen den bestmöglichen Lärmschutz zukommen zu lassen. „Wer angeblich entstehende Hinterland-Trassen wortreich beklagt, sollte seine Energie lieber in den zügigen Weiterbau der B 31 stecken! Denn eine Hinterlandtrasse ist nur dann attraktiv, wenn die derzeitige B 31-alt chronisch überlastet ist“, sagte er. Seit der Gründung des parteiübergreifenden Bündnisses Pro-B-31, das sich einen baldigen Bau der B 31-FN-West-Umgehung zum Ziel gesetzt hat, engagiert sich die SPD Friedrichshafen in diesem Zusammenschluss. Sie hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die feste Überzeugung, dass die Stadt Friedrichshafen insgesamt und die lärmgeplagten Menschen entlang der heutigen B 31 von der Umgehung profitieren werden, haben den Ausschlag gegeben, bei dem Bündnis mitzumachen. Die SPD Friedrichshafen ist ebenfalls der Meinung, dass die derzeitige Verkehrsplanung auch für Kluftern die bessere Alternative gegenüber den heutigen Verkehrsverhältnissen darstellt. Allerdings gibt sie zu, dass die Entscheidung des Häfler Gemeinderats, den Klufterner Ortschaftsrat zu überstimmen, nicht gerade glücklich gewesen sei und sicher nicht zur Akzeptanz der Straßenplanung beigetragen habe. |